David Garrett

Bio

Biografie

„He is extremely honest to the intention of the composer. He doesn’t make unusual deviations of interpretation. He is very classically oriented, ‘cause that’s the way he grew up. So I’m very impressed with how true to the intentions of the composer he plays it. In other words he uses his technique and his beautiful sound to serve the music he’s playing. And that’s very important.”
Zubin Mehta, Dezember 2013
Kein geringerer als der große Dirigent Zubin Mehta bringt treffend auf den Punkt, was das Spiel und damit das musikalische Verständnis des Geigers David Garrett ausmacht – und was gleichzeitig auch seinen überwältigenden Erfolg beschreibt. Nach der inspirierenden Zusammenarbeit des Stargeigers mit dem Stardirigenten und dem renommierten Israel Philharmonic Orchestra für das Album „Timeless“, das im Oktober 2014 veröffentlicht wurde und neben dem g-Moll-Violinkonzert von Max Bruch das (einzige!) Violinkonzert von Johannes Brahms enthält, überrascht David Garrett auch in der Saison 2015/2016 sein Publikum wieder mit neuen Projekten und zukunftsweisenden Ideen.

Passend zu seinem 25-jährigen Bühnenjubiläum im Jahr 2016 blickt der Violinist gleichermaßen in Vergangenheit und Zukunft: Denn, es ist in den letzten Jahren geradezu seine Passion geworden, neuen Zuhörern die Welt der Klassik zu eröffnen. Der Ausnahmekünstler hat nicht nur – gegen alle anfänglichen Widerstände – seit 2007 einen musikalischen Weg eingeschlagen, der einmalig ist, vielmehr konnte er daraus eine beispiellose Erfolgsgeschichte schreiben: Beim Königsplatz Open Air spielte er vor 17.000 Zuschauern, bei seinem ersten Konzert in Mexico vor über 10.000 Zuhörern. Was auf dem Crossover-Debüt-Album „Virtuoso“ und auf kleinen Bühnen der Republik mit klassischen Rockperlen wie „Nothing else matters“ (Original: „Metallica“) oder rockigen Klassikern wie der „Paganini Rhapsody“ begann, entwickelte sich zu einer beeindruckenden weltweiten Karriere, die unaufhörlich künstliche Schranken niederreißt, musikalische Stile zusammenführt und mit der er 2015 noch einmal bekräftigt: Sein einzigartiger Crossover-Stil-Mix entwickelte sich zur „Classic Revolution“.

„Ich habe mir überlegt, wofür ich grundsätzlich stehe. Klassische Musik hat, auch wenn sich der Name natürlich ein Stück weit auf die Vergangenheit fokussiert, für mich immer gleichzeitig eine große Präsenz in der Gegenwart. Eine Revolution bedeutet Umbruch und klassische Musik konnte ihre Stellung nur deshalb so lange erfolgreich verteidigen, weil sie immer diese Umwälzung erlebt hat, egal, ob das durch die Komponisten geschah oder durch die Interpreten, die sich wahnsinnig ins Zeug gelegt haben. Insofern dachte ich, ist das auch für mich ganz passend.“

In diesem Sinne wurde David Garrett seit 2007 zum Grundsteinleger und künstlerischen Vorreiter, der Crossover nicht als eine „quasi rein kommerzielle Notlösung“ begreift, sondern mit all seiner musikalischen Begabung und seinem Können dafür eintritt, „dass Crossover als etwas qualitativ Hochwertiges und Eigenständiges wahrgenommen wird.“ Der 1980 in Aachen geborene Sohn einer US-amerikanischen Primaballerina und eines deutschen Juristen, der im Alter von nur vier Jahren seine erste Geige bekam, fördert nun selbst im Crossover-Bereich aufstrebende Nachwuchstalente. Im Vorprogramm seiner diesjährigen „Classic Revolution“-Tour bekam die Pianistin Valentina Babor die Chance, Teile ihrer Debüt-CD „Piano Princess“ zu präsentieren – ein Album, das David Garrett zum ersten Mal in der Rolle als Produzent mitgetragen hat.

David Garrett absolvierte am 28. August 1991 im Alter von zehn seinen ersten Auftritt mit den Hamburger Philharmonikern. Mit 13 Jahren erhielt er als jüngster Künstler überhaupt einen exklusiven Plattenvertrag bei der renommierten Deutschen Grammophon Gesellschaft. 1999 bewies der Geiger den Mut, Neues zu wagen und sich an der Juilliard School in New York für die Fächer Musikwissenschaft und Komposition zu immatrikulieren, um unter dem weltweit angesehenen Violinisten Itzhak Perlman das Geigenspiel für sich selbst noch einmal ganz neu zu entdecken. Im Jahr 2003 komponierte der Künstler eine Fuge im Stil von Johann Sebastian Bach und gewann damit den begehrten Kompositionswettbewerb der Juilliard School. Seither drückt sich seine kompositorische Fertigkeit in vielfältigen Arrangements und Eigenkompositionen aus. Auch hier verfolgt der umtriebige Star-Geiger konsequent seinen eigenen Weg: „Ob Haydn, Mozart oder Beethoven – sie alle waren extrem experimentierfreudig. Insofern sind die klassischen Komponisten, die wir kennen und bewundern, immer Vorreiter des Risikos gewesen. Sonst hätte sich Musik nicht weiterentwickelt.“

Wie sehr David Garrett die Klassik mit all seinen künstlerischen Sinnen lebt, bewies er jüngst mit seiner Recital-Tour „Garrett spielt Brahms“, die er überaus erfolgreich mit Julien Quentin am Klavier absolvierte: „[…] es ist eine großartige Sache, wie Garrett seine Fans mitnimmt ins unbekannte Klangreich der Klassik“ resümierte anschließend die Südwest-Presse zum kongenialen Zusammenspiel der beiden Klangmeister und die Frankfurter Neue Presse führte fort: „So konnte man lustvoll erleben, wie die Partner die Brahms’schen Seelenlandschaften erkundeten, besonders eindringlich in der Sonate Nr. 1 G-Dur, op. 78, ‚Regenliedsonate‘. Ovationen.“

Es ist gerade der eindringliche und durchsichtige musikalische Dialog, von dem David Garrett seit jeher wusste: „Kammermusik ist die purste Musik überhaupt und steht ganz klar an erster Stelle, denn damit fängt alles an“ – und so scheint sein künstlerisches Wesen durch jede# seiner Aussagen zum Duo mit Julien Quentin hindurch: „In der Kammermusik kannst du dich nicht verstecken, sie deckt jeden Fehler gnadenlos auf. Klar gibt es auch Werke für nur ein Instrument, aber das Musizieren als Dialog, Gespräch und Interaktion beginnt mit zwei Instrumenten. So gesehen ist Kammermusik für ein Duo wie etwa Violine und Klavier auch die ehrlichste, unmittelbarste und wahrhaftigste Form des Zusammenspiels. Die Ohren und der Verstand werden hier auf eine ganz spezielle und sehr intime Weise gefordert, weil man genau zuhören und interagieren muss. Für jeden Geiger ist diese Musikform ein Muss, auch, wenn er Violinkonzerte spielen will.“

Von diesem grundlegenden Fundament des klassischen Musizierens aus begab und begibt sich der Ausnahmegeiger auf weitere Terrains. Für sein großes Vorbild Niccolò Paganini machte David Garrett einen Ausflug ins Schauspielfach und debütierte in der Rolle des „Teufelsgeigers“ im Oktober 2013 im Kino („The Devil’s Violinist“, Regie: Bernard Rose). Mit den Kompositionen und Arrangements der dazugehörigen Filmmusik erfüllte sich das Geigentalent einen besonderen Lebenstraum. Die CD „Garrett vs Paganini“ wurde 2014 mit dem ECHO-Klassik in der Kategorie „Bestseller des Jahres“ ausgezeichnet. Darauf enthalten ist auch die Arie „Ma dove sei“, die David Garrett nicht nur selbst komponiert, sondern auch dem Star-Tenor Andrea Bocelli gewidmet hat.

Im Bereich der Orchestermusik gab David Garrett im Mai dieses Jahres sein Debüt bei der Filharmonica della Scala, unter dem Dirigat von Riccardo Chailly, vor 40.000 Zuschauern in Mailand. Wiedereinladungen führten ihn u.a. zu den Wiener Symphonikern, der Tschechischen Philharmonie und dem Orchestre di Teatro San Carlo, Neapel.
Am 18. November 2015 erfolgt in Düsseldorf David Garretts Auftritt mit dem London Philharmonic Orchestra. Dirigieren wird Christoph Eschenbach. Auf dem Programm steht das Violinkonzert von Johannes Brahms.

Auch medial fanden die besonderen Leistungen des Ausnahmetalents zahlreiche Würdigungen: David Garrett zählt zu den wenigen Künstlern wie Sting und Andrea Boccelli, die sowohl mit dem ECHO-Klassik (mittlerweile vier Auszeichnungen) als auch dem ECHO Pop (bisher 3 Auszeichnungen) geehrt wurden. Daneben hat David Garrett im Jahr 2010 die Goldene Kamera in der Kategorie „Beste Musik International“ erhalten. Die ARD-Dokumentation „Deutschland, Deine Künstler“ (2012), „David Garrett spielt Kreisler“ (SWR) und die ZDF-Produktion „Garrett spielt Brahms“ (2013) zählen zu den herausragenden Fernsehporträts des Violinisten. Anlässlich des Deutschlandbesuchs von Barack Obama 2013 spielte David Garrett vor dem US-Präsidenten und der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zudem wurde er im November 2013 mit dem Bambi geehrt.

Doch bei aller nationaler und internationaler Aufmerksamkeit ist David Garrett sich und seiner Musik immer treu geblieben und so bleibt es sein besonderer und charakteristisch warmer Geigenton, der hörbar macht, wozu alleine die Musik in der Lage ist: „Ich lebe, atme und fühle Musik. Sie ist rund um die Uhr in mir. Und während ich Musik spiele, läuft in meinem Kopf kein innerer Film ab. Vielmehr ist es so, dass jede Note, jede Phrasierung, die ich auf der Geige hervorbringe, eine Empfindung in mir auslöst – pure bilderlose Emotion, reine Energie und Dramatik – ein riesengroßes Wohlgefühl, das sich wie ein warmer Strom im ganzen Körper ausbreitet.“

Aussicht auf das Jahr 2016:
Nächstes Jahr wird der Starviolinist das „Tschaikowsky Violinkonzert“ in den Mittelpunkt seiner Orchester-Konzert-Tätigkeit stellen.
Außerdem steht, unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada, im April 2016 eine Wiedereinladung zum Israel Philharmonic Orchestra an. Ebenso konzertiert David Garrett mit dem Museumsorchester Frankfurt wieder in der Alten Oper Frankfurt. Dirigent: Andrey Boreyko.
Für den Mai 2016 steht die Wiedereinladung nach Moskau mit der Russischen National Philharmonie und Vladimir Spivakov im Kalender.
Im Mai 2016 sind wieder gemeinsam mit dem Pianisten Julien Quentin Recitals mit klassischen Kabinettstückchen von Brahms, Kreisler, Sarasate, Tartini usw, u.a. im Théâtre de Champs-Elysées in Paris geplant.

David Garrett ist Botschafter der José Carreras Leukämie-Stiftung e.V.
David Garrett spielt die „A. Busch“ Stradivari aus dem Jahre 1716.

© Sibylle und Burkhard Schäfer
Redaktionsbüro Schäfer